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Kommen wir nun zum Thema: Durchfall

Unter Durchfall versteht die Schulmedizin mehr als drei dünnflüssige Stühle pro Tag mit mehr als 200 g Gewicht pro Tag. Es werden mehrere Formen unterschieden:

  1. osmotischer* D.: unzureichende Resorption* osmotisch wirksamer Substanzen im Darm (z. B.
    Lactulose* oder Laktose (Milchzucker) bei Laktasemangel*); persistiert (bestehen bleiben,
    fortdauern) bei Nahrungskarenz (Nahrungsverzicht).
  2. sekretorischer* D.: gesteigerte Ionensekretion u. mangelnde Ionenresorption (bei den meisten
    bakteriellen und viralen Enteritiden*); persistiert nicht bei Nahrungskarenz.
  3. entzündlicher D.: Exsudation* von Proteinen (Eiweißen) und Blut
  4. D. bei gestörter Motilität (Bewegungsvermögen)
  5. Gallensäureverlustsyndrom: wird auch als cholegene Diarrhoe bezeichnet
  6. psychosomatisch ausgelöster Durchfall

Die Aufzählung mag nicht komplett sein. Sie soll lediglich einige Möglichkeiten aufzeigen, die differentialdiagnostisch* abgeklärt werden sollten.

Wenn all diese Möglichkeiten ausgeschlossen sind, spricht man gerne vom Reizdarmsyndrom (RDS).

Differentialdiagnose ist die Berücksichtigung bzw. der Ausschluss aller für die Erklärung einer krankhaften Erscheinung in Frage kommenden Diagnosen.
Enteritiden – Darmentzündungen
Exsudation – Ausschwitzen eines Exsudats
Unter Exsudation versteht man den entzündlich bedingten Austritt von Blutbestandteilen aus den Kapillaren in das umliegende Gewebe bzw. auf eine innere oder äußere Oberfläche. Die so gebildete Flüssigkeit bezeichnet man als Exsudat.
Lactulose ist ein synthetisches Disaccharid, bestehend aus Galaktose und Fructose, das durch chemische Modifikation aus Lactose gewonnen wird. Wirkung: Lactulose kann im Vergleich zu Lactose vom Körper nicht verwertet werden und wirkt demzufolge als Abführmittel.
Laktase: Enzym, das Laktose (Milchzucker) in seine Bestandteile Galactose (Schleimzucker) und Glucose (Traubenzucker) spaltet.
Die Osmose ist ein gerichteter Fluss von molekularen Teilchen durch eine semipermeable Membran. In der Biologie ist sie von zentraler Bedeutung für die Regulation des Wasserhaushaltes in den Zellen.
Resorption – Aufnahme (von Stoffen)
sekretorisch – absondernd

Quellen:
Pschyrembel 258-2
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