Seite wählen

Susanne Kehrbusch, Friseurmeisterin (biologische Haut- und Haarpflege)

(Auszug aus ihrem Vortrag Frühjahr 2001)

Haarshampoos:

Tenside:

Wir verbrauchen pro Jahr 800.000 Tonnen Tenside (waschaktive Substanzen), biologisch schwer abbaubar. Ich bin noch aufgewachsen mit einem Bade- und Haarwaschtag in der Woche – samstags. In der Regel waschen heute die Menschen täglich ihre Haare, manchmal zweimal täglich.

Die waschaktiven Substanzen in den Shampoos sind massiv hautaustrocknend; das sollen sie auch sein, damit wir Folgeprodukte brauchen. Damit wir Körperlotions brauchen, damit wir Haarspülungen brauchen um den Filz, den das Shampoo verursacht hat, wieder rückgängig zu machen, also die Haarstruktur wieder zu glätten. Die waschaktiven Substanzen, diese billigen chemischen waschaktiven Substanzen, die in der Regel fast 50% des Produktes ausmachen in einer Mischung mit Wasser, sind dermaßen aggressiv, dass sie, wenn wir sie pur auf die Haut geben würden, wie Salzsäure Löcher in unsere Haut fressen würden.

Der Gesetzgeber hat an dieser Stelle festgelegt, dass eine waschaktive Substanz nicht mehr als 15% des Produktes ausmachen darf. Die Industrie umgeht das, indem sie einfach 4 oder 5 waschaktive Substanzen hintereinander mit jeweils 15% in die Shampoos reinpackt.

Die wichtigsten waschaktiven Substanzen, die benutzt werden – in Shampoos und Duschlotionen – v. a. die der Kinder – sind Polyethylenglykol-Verbindungen (PEG). Diese waschaktiven Substanzen können nur unter Freisetzung von Kampfgiftgas gewonnen werden, was in der Kriegsführung längst verboten ist. Sie erkennen  PEG-Verbindungen im Shampoo:

  1. entweder steht also Polyethylenglykol drauf oder
  2. sie haben eine Wortverbindung mit –eth am Ende, z.B. Laurethsulfat, Ceteareth-33.

     Polyglykol, Polysorbate oder Copolyol sind auch PEG-Derivate.

Die waschaktiven Substanzen traktieren das Haar. D.h., die Schuppenschicht ist weitestgehend zerstört, ist sehr stark aufgerauht und das macht dann die schlechte Kämmbarkeit; und damit wir das nicht merken, werden wiederum so viele Stoffe in diese Shampoos reingegeben. Wir bekommen in der Werbung suggeriert, dass ein Shampoo unsere Haare pflegt, aufbaut, dem Haar Volumen und Glanz gibt; dazu werden diesen Shampoos

Silikone

zugegeben. Es sind die Kunststoffverbindungen, die Sie als Abdichtung am Badewannenrand kennen. Diese Silikonverbindungen haben die Eigenschaft, sobald sie mit Sauerstoff in Berührung kommen, eine starke Dehnfähigkeit zu haben, eine Kriechfähigkeit. Darum werden sie auch so gerne benutzt um Fugen abzudichten, weil sie in die letzte Ritze reinkrabbeln. Dieses Silikon ist nicht wasserlöslich, sonst würde es am Badewannenrand nicht funktionieren, und es ist ein Kunststoff, der selbstverständlich auch nicht sauerstoffdurchlässig ist. D. h., wenn wir uns mit Silikonverbindungen die Haare waschen, dann kriecht dieses Silikon in jede Kopf- und Körperhautpore, macht sie dicht und schottet sie ab, und da es nicht wasserlöslich ist, addieren wir beim nächsten Nutzen jedes Mal Silikon hinzu und schaffen ein Hautmilieu, als wenn wir komplett in eine Klarsichtfolie eingepackt wären. Und wundern uns dann über die Zunahme von Ekzemen, Hauterkrankungen und Allergien. Es gibt mittlerweile auf dem freien Markt so gut wie kein einziges Shampoo mehr ohne diese Silikone.  In den Naturkostläden habe ich noch kein silikonhaltiges Shampoo entdeckt. Aber auch dort finden wir Lauryl- oder Laurethsulfate als waschaktive Substanzen.

Noch stärker als mit diesen aggressiven waschaktiven Substanzen traktieren wir unsere Haare, wenn wir sie färben oder dauerwellen.

Färben:

Und wenn wir dann wieder an die Werbeaussagen denken, auch da sagt uns die Industrie ganz klar, dass Haarfarben unsere Haare aufbauen, dass unsere Haare gepflegt werden, schließlich ist Vitamin E drin und Fruchtsäure, und dass unseren Haaren überhaupt nichts passieren kann, ganz im Gegenteil, wir sehen ausschließlich schöner aus.

Im Haarfärbebereich sieht es folgendermaßen aus: größte Zuwachsrate der Kosmetikindustrie; in Europa benutzt mittlerweile jede dritte Frau über 18 und jeder zehnte Mann über 40 regelmäßig ein Haarfärbemittel. Ich weiß nicht, ob sie das in der letzten Zeit in der Presse verfolgt haben, dort standen häufiger Artikel, dass Haarfarben krebserregende Substanzen enthalten. Es geht bei den krebserregenden Substanzen in den Haarfarben vorrangig um die Haarfarbpigmente. Bei diesen Farbpigmenten sieht es folgendermaßen aus: Sie werden komplett in unserem Körper angereichert und über unseren Körper abgebaut. Es hat schon vor ganz langer Zeit mal in der Presse einen Artikel gegeben, dass es einen Nachweis gab, dass Ablagerungen von Haarfärbemitteln in der Gebärmutter gefunden wurden. Unsere Haut ist unser größtes Aufnahmeorgan (nach dem Darm). Und alles, was sie auf diese Haut geben, egal ob es die Kopfhaut oder die Körperhaut ist, durchläuft komplett unseren Organismus.

Im krebserregenden Bereich sieht es folgendermaßen aus. Es wurde jetzt gerade nach einer Langzeitstudie in Amerika noch mal belegt, dass Frauen, die einmal pro Monat über einen Zeitraum von einem Jahr ihre Haare färben, bereits ein 2,1 Mal höheres Risiko haben, an Blasenkrebs zu erkranken. Nach 15 Jahren regelmäßigem Haarfärbegebrauchs steigt das Risiko um das dreifache gegenüber einem Nichtkonsumenten. Eine andere Studie belegte ein 5-fach erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Eine Tönung ist nur dann eine Tönung,

  • wenn sie nach 5 Haarwäschen weg ist,
  • wenn sie kein einziges graues Haar abdeckt,
  • wenn sie nicht aus zwei Komponenten besteht.

Sobald sie da irgendwas zusammenmischen müssen, sobald ihr weißes Haar im Anschluss nicht mehr erkennbar ist, sobald es nach 5 Haarwäschen nicht weg ist, haben sie eine versteckte Haarfarbe (Etikettenschwindel).

Der einzige Unterschied, der da besteht ist, dass die Schuppenschicht ihrer Haare nicht ganz so zerstört ist.

Wir Friseure lernen das in diesem Ausmaß selbstverständlich nicht. Wir werden ausgebildet von der Industrie. Und wir lernen überhaupt nichts über diese Zusammenhänge. Wir wissen, dass wir das Haar ein kleines bisschen porös machen, das macht ja aber nichts, weil die Industrie uns immer bessere High-Tech-Produkte liefert, um dieses kleine bisschen porös wieder zu reparieren, und dann sieht das Haar ja toll und glänzend aus, und wenn es toll und glänzend aussieht, kann es uns ja nicht geschadet haben. Und dieses tolle und glänzende Aussehen, das  bekommen wir dann eben, indem wir es wunderbar mit Silikon zuschmieren. Es gibt eine kleine Insider-Gruppe von Friseuren, wo dann zumindestens mal durchgesickert ist, dass Silikon nicht so toll ist, und die Industrie reagiert so gut, sofort, und liefert uns jetzt Produkte mit gutem und mit schlechtem Silikon. Ich kann ihnen überhaupt keine Alternative für ihre Haarfarbe bieten. Es handelt sich doch da letztendlich auch ausschließlich um eine Manipulation der Industrie, die uns über Werbeaussagen verkauft, dass wir mit unserer eigenen Haarfarbe nicht gut genug aussehen. Ich glaube immer noch, dass gutes Aussehen von Innen kommt. Die alternative Pflanzenhaarfarbe ist auch mit Vorsicht zu betrachten, weil wir nicht wissen oder selten nachprüfen können, wo diese Pflanzenfarbe her kommt. Und ich habe dann vielleicht in dem Produkt keine krebserregenden synthetischen Farbpigmente mehr enthalten, aber ich habe dann vielleicht ganz viele Pestizide, Kunstdünger und Fungizide in diesem Produkt, wenn es in der Türkei oder irgendwo in den arabischen Ländern angebaut wird und halt auch so großflächig, dass es ohne die Zusatzbehandlung fast nicht möglich ist. Also auch da müssen wir aufpassen und das in Frage stellen.

Die Dauerwelle:

Es sieht folgendermaßen aus: es wird in der Regel, und das wissen sie auch aus vielen Witzen, der Masse der Friseure nicht besonders viel zugetraut. Und darum werden die Produkte sehr sicher gestaltet, damit wir sie nicht vertauschen können. D. h. das Shampoo gegen fettiges Haar bekommt eine grüne Farbe und gegen schuppiges Haar bekommt eine blaue Farbe, damit die Friseurin beim Haare waschen, sollte sie sich denn vergreifen, sofort erkennt, sie hat die falsche Flasche genommen. In einem Bereich, wo es wirklich wichtig wäre, noch einmal so einen optischen Anreiz zu bekommen, ist die Dauerwellflüssigkeit, weil es da so aussieht, wenn wir uns dort vergreifen, dann können wir mit so einer Dauerwellflüssigkeit die Haare bis an der Kopfhaut zum Abbrechen bringen. Also ich kann damit innerhalb von 10 Minuten einen chemischen Haarschnitt, eine Glatze verursachen. Und genau in dem Bereich gibt es keine farbliche Unterscheidung. Eine Dauerwellflüssigkeit ist immer weißlich oder gelblich. Und sie ist deshalb immer weißlich oder gelblich, weil, wäre sie farblich abgesetzt, hätten wir nach der Anwendung einer Dauerwelle mehrere Tage verfärbten Urin. Und das würde sicher die Endverbraucher wachrütteln. All diese Stoffe sind sehr aggressiv, angefangen bei den waschaktiven Substanzen, über die Haarfarbe bis zur Dauerwelle. Und wir sind deshalb, wir Friseure, per Gesetz dazu verpflichtet, keine einzige dieser Arbeiten, auch das Haare waschen nicht, ohne Handschuhe zu machen. D. h., wir erklären ihnen, dass wir ihnen mit einem besonders kurenden, pflegenden, haaraufbauenden Produkt die Haare behandeln, und sind gleichzeitig selbst verpflichtet, Handschuhe dabei zu tragen. Einfach, um der Berufsgenossenschaft einen Teil der Kosten zu ersparen, die durch die vielen Berufserkrankungen entstehen, die mit meiner Berufssparte zu tun haben. Begründet wird das, dass es nur für uns Friseure schädlich ist, weil wir ja so oft an einem Tag damit in Berührung kommen, und sie zuhause ja wesentlich seltener. Ich kann das für mich so nicht verstehen, und so auch nicht akzeptieren. Die Berufsgenossenschaft hat vor vielen Jahren Alarm geschlagen, weil es in keiner anderen Berufsgruppe so einen hohen Ausfall durch Berufserkrankungen gab wie in der Friseurbranche. Es ging da zum einen um die Hautekzeme, es ging um Lungenkrebs, es ging um andere Erkrankungen der Atemwege, und wir haben also ein 10-fach höheres Risiko, einen Lungenkrebs oder einen Blasenkrebs zu bekommen, als andere Berufsgruppen. Auch zur Dauerwelle gibt’s überhaupt keine biologische, haarschonende, organschonende Alternative. Es gibt nur die Alternative, in den Spiegel zu gucken und zu sagen, hab ich wunderschöne glatte Haare, und sind meine Haare glänzend, weil sie gesund sind, und nicht, weil wir sie kaputt gefilzt haben und durch irgendeine chemische Behandlung manipuliert haben?

Inhaltsstoffe:

Seit dem 1.1.1998 ist es Pflicht, dass auf allen haar- und hautkosmetischen Produkten die Inhaltsstoffe deklariert werden. Das hat natürlich für sehr viel Wirbel in der Kosmetik-Industrie gesorgt, weil die selbstverständlich nicht wollen, dass wir wissen, was in den Produkten drin ist. Wir haben z.B. in einem Shampoo über 30 verschiedene Inhaltsstoffe, die in ihrer Wirkung einzeln getestet worden sind, aber nicht im Zusammenhang als Cocktail dieser 30 Stoffe. Ich möchte da  nur an Worte wie Synergismus erinnern. Es gibt da überhaupt keine Überprüfung. Es werden zur Zeit über 6.000 Einzelstoffe in der friseur- und hautkosmetischen Industrie genutzt. Damit wir nicht erfahren, was drin ist, und trotzdem dem Gesetzgeber gerecht werden, wurde diese Inhaltsstoffe-Deklaration, kurz INCI genannt (International Nomanclature of Cosmetic Ingredients), in einer Fantasiesprache aus einem Gemisch von Latein und chemischem Fachenglisch geschrieben. D.h., weder der Lateiner noch der Engländer kann diese Inhaltsstoffe für uns übersetzen, wenn er das hinten drauf  liest auf der Flasche. Es müssen nach wie vor nicht alle Bestandteile eines Produktes ausgewiesen werden.

Inhaltsstoffe sind in abnehmender Reihenfolge deklariert. Alle Zusätze unter einem Prozent müssen nicht deklariert werden. 60 bis 70 % machen die ersten 4 – 8 Inhaltsstoffe aus. Ausgenommen die Farbstoffe, die immer ganz zum Schluss aufgeführt werden.

Farbstoffe:

Die ganzen synthetischen Farbstoffe, deren Bedenklichkeit sie ja bereits aus der Nahrungsmittelindustrie kennen, dürfen also in einer wesentlich höheren Konzentration im Produkt enthalten sein, weil sie nicht prozentual ausgewiesen werden müssen. Man erkennt diese Farbstoffe in der INCI-Deklaration durch die Buchstabenkombination CI-xxxxx, immer dann handelt es sich um einen synthetischen Farbstoff. Es gibt für Naturkosmetikprodukte zur Zeit noch keine rechtsverbindliche Definition. D.h., auch da können sie all diese Stoffe finden. Es sieht zur Zeit so aus, dass, wenn ein Produkt zu 51% aus biologischen Inhaltsstoffen besteht, darf es sich Naturkosmetik nennen. D.h., 49% dürfen immer noch chemische Gift-Cocktails sein.

Konservierungsstoffe:

Wenn wir z.B. Konservierungsstoffe haben, die schädliche Bakterien töten, dann töten die selbstverständlich auch die Schutzbakterien auf unserer Haut. Wenn jetzt ganz groß auf einer Shampooflasche drauf steht, ohne Konservierungsstoffe, dann stimmt das in der Regel nicht. Es sieht folgendermaßen aus. Wenn ich ein Shampoo aus 20 verschiedenen Stoffen mische und ich diese 20 Stoffe jeweils einzeln konserviere, bevor ich sie zusammen kippe, dann ist das fertige Produkt von mir als Hersteller nicht konserviert worden, und ich darf draufschreiben – das Shampoo ist ohne Konservierungsstoffe.

Duftstoffe:

Die Duftstoffe werden in der Inhaltsstoffe-Deklaration zusammengefasst unter den Worten Parfüm, Fragance oder Aroma. Es ist überhaupt nicht nachprüfbar, um welche Duftstoffe es sich da handelt. Ob synthetische oder organische Duftstoffe. Auch die sind jeweils einzeln konserviert und in ihrer Verbindung dann nicht erneut konserviert, auch da darf drauf stehen – ohne Konservierungsstoffe. In der Regel ist in dieser Duftstoffkombination, die in jedem Produkt enthalten ist, immer ein hoher Anteil Nitro-Moschus-Verbindungen, und da sind einige Verbindungen in dieser Untergruppe, die ganz stark nervenschädigend sind, weil es sich um Nervengifte handelt, die deshalb in den Produkten enthalten sind, weil sie andere Duftstoffe gut an sich binden können, und der Duft sich deshalb nicht verflüchtigt. Also der Duft praktisch lange im Produkt oder auf unserer Haut erhalten bleibt. Man findet diese nervenschädigenden Moschus-Verbindungen mittlerweile in unseren Gewässern, im Fettgewebe der Aale, selbstverständlich auch im Fettgewebe von uns Menschen, denn sie haben die Eigenschaft, sich im Fettgewebe anzureichern und abzulagern. Sie sind nach wie vor erlaubt.

Tierversuchsfrei:

Wenn auf einem Produkt steht, tierversuchsfrei, dann ist es ähnlich wie mit der Aussage – konservierungsstoffefrei. Da sieht es folgendermaßen aus. Wenn ich eine 5%e neue chemische Verbindung in ein Shampoo rein geben möchte, dann teste ich die 4%e und die 6%e Lösung am Tier, kann mir daraus vorstellen, was mit der 5%en Lösung passiert, sage die klappt auf der Haut, die kommt ins Produkt, die hab ich am Tier nicht getestet, und deshalb darf ich groß draufschreiben – tierversuchsfrei.

Tierversuche:

Eine andere wichtige Darstellung in der Inhaltsstoffe-Deklaration ist auch wieder eine Buchstabenkombination, und zwar ld- und dann kommt eine Zahl, was immer aussagt, für wieviel Prozent der Tiere dieses Produkt eine tödliche Dosis im Test war. D. h., wenn da ld-50 steht, dann haben 50% der Tiere den Tierversuch zu diesem Produkt nicht überlebt. Und auch da merken wir wieder die Verlogenheit des Gesetzgebers, die Macht der Industrie. Der Gesetzgeber sagt, selbstverständlich hat der Endverbraucher ein Recht auf Information, und die Industrie sagt, ja o.k., dem werden wir gerecht, dann schreiben wir halt ld- und irgend eine Zahl. Und keiner von uns kann da im Normalfall was mit anfangen.

Silikone:

Silikone erkennen sie in der Wortverbindung häufig an dem Wort Dimethicone. Wenn sie in der Endung eines Wortes in dieser Inhaltsstoffe-Deklaration–cone mit „c“ stehen haben, dann können sie davon ausgehen, dass sie ein Silikon-Öl oder ein Silikon-Wachs im Produkt enthalten haben.

Paraffine:

In der Hautkosmetikindustrie ist das, was das Silikon am Haar macht, das Paraffin. Und wenn sie sich eine Creme angucken, dann haben sie in der Regel an erster Stelle Aqua stehen, und an zweiter Stelle Paraffin. Und sie finden Paraffin auch an zweiter Stelle in allen med. Cremes, in allen frisch von den Apotheken angerührten Cremes, also nicht nur in der Hautkosmetik. Und zwar deshalb, weil Paraffin im Ursprung ein Produkt ist, was sich nicht mit anderen Stoffen verbindet. Möchte ich z.B. eine entzündungshemmende Creme herstellen, nehme ich den Wirkstoff Kamille. Um nicht so viel Kamille zu verbrauchen, rühre ich die Kamille in die Trägersubstanz Paraffin ein, es verbindet sich aber nicht. Wenn ich es dann auf die Haut auftrage, dringt Kamille in die Haut ein, und das Paraffin bleibt außen auf der Haut liegen. Und das wurde wissenschaftlich als Vorteil gesehen. Paraffin ist aber ein Erdöl-Derivat und eine Kunststoffvorstufe und verhält sich auf unserer Haut genau wie Silikon. D.h., auch Paraffin dichtet unsere Hautporen völlig ab und bleibt auf unserer Haut liegen. Es ist wohl wasserlöslich. D. h., beim nächsten Waschen wasch ich es wieder ab. Ich habe aber die ganze Zeit, wenn ich mir mit dieser Creme die Haut eincreme, völlig abgedichtete verstopfte Hautporen, durch die kein Sauerstoff rein kann und durch die auch kein Austausch nach außen stattfinden kann. Paraffin wird deshalb so gerne genommen, weil es im Kilo-Preis nur 25 Pfennig kostet. Und sie werden, wenn sie – machen sie das mal, gehen sie mal in eine teure Parfümerie, lassen sie sich die teuerste Antifalten-Creme zeigen, da bezahlen sie für 30 ml 180 Mark, dann haben sie an erster Stelle Aqua und an zweiter Stelle Paraffin, und dann geben sie 40% für Wasser und Paraffin aus, was 25 Pfennig im Kilo kostet. Der Wahnsinn ist, dass wir diese Produkte einsetzen, wenn wir Hautprobleme haben. Dass wir damit kranke Kinderhaut eincremen, die wund ist, dass wir die Haut von Ekzem-Kranken, von sogenannten Neurodermitis-Kranken, von Allergikern, von Schuppenflechte-Kranken eincremen, und uns dann auch noch wundern, dass wir keine Linderung, geschweige denn eine Heilung, erfahren.

Glyzerin:

Glyzerin – egal, ob pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, ist eigentlich auch in fast allen Produkten enthalten, in Reinform in allen Lippenpflegestiften, und in einer sehr hohen Konzentration in allen Handcremes. Und sie alle kennen sicherlich in ihrem Bekanntenkreis diese Labello-Süchtigen. Die völlig automatisch, ohne dass sie das selbst noch mitbekommen, im 10-Minuten-Takt in ihre Handtasche greifen, einmal mit diesem Fettstift über ihre Lippen fahren und ihn wieder in ihrer Handtasche verschwinden lassen. Die andere Gruppe macht es genauso mit der Handcreme. Und die machen das deshalb, weil sie das machen müssen. Das Glyzerin im Produkt zwingt sie förmlich dazu, alle 10 Minuten nachzufetten, um das unangenehme Hautgefühl, was Glyzerin verursacht, aushalten zu können. Und zwar ist Glyzerin im ersten Moment sehr schnell und sehr stark feuchtigkeitsspendend, d. h., wenn ich eine rissige, trockene Haut habe, und die damit eincreme, fühlt die sich sofort angenehm und geschmeidig an. Glyzerin verhält sich aber so nur in dem Moment, wo ich es auftrage. Grundsätzlich ist Glyzerin ein sehr stark feuchtigkeitsbindender Stoff. D. h., ganz kurz, nachdem ich es aufgetragen habe, fängt das Glyzerin an, unserer Haut die Feuchtigkeit – das winzig kleine Bisschen, was überhaupt noch da ist, nach dem Traktieren mit den waschaktiven Substanzen, den Paraffincemes und den Silikonen – der Haut zu entziehen. D. h., wir tragen diesen Lippenpflegestift auf, wir finden das im ersten Moment angenehm, dann macht das Glyzerin zzzzzzzzzz, zieht die ganze Feuchtigkeit raus, und ich brauche ganz schnell wieder Lippenpflegestift oder ganz schnell wieder neue Handcreme. Ist eigentlich eine ganz praktische Erfindung für L’Oreal, Wella, Schwarzkopf, Bayer und wie sie alle heißen.

Kollagene:

Kollagen ist der Stoff, der unsere Haut jung erhält, oder wenn sie denn schon gealtert ist, wieder jünger macht. Erstmal ist es so, dass unser Körper selbst Kollagen produziert, und wenn wir nicht mehr genug kollagene Fasern in der Haut haben, wird sie unelastischer, wird sie schlaffer. Und da wir das laut Aussage der Werbung alles nicht haben dürfen, müssen wir dann mit kollagenhaltigen Cremes nachhelfen. Dieses Kollagen wird in der Regel gewonnen aus ausgekochten Schweinehäuten, Knochen und Sehnen. Wenn wir uns überlegen, dass unsere Haut, das Unterhautfettgewebe, ein großes Speicherreservoir unseres Körpers ist, und sich das bei den Schweinen nicht anders verhält, dann haben wir in dem Kollagen die höchste Konzentration all dieser schrecklichen Stoffe, mit denen die Tiere ernährt werden, enthalten. Nirgendwo speichert es sich so stark ab wie in der Haut. Daraus wird das Kollagen gewonnen und das schmieren wir uns dann anschließend ins Gesicht. Noch eine Eigenschaft, die die Kosmetikindustrie sehr begrüßt bei diesen Kollagenen und ähnlichen Stoffen ist die, dass unser Körper, so er denn noch halbwegs gesund reagieren kann, eine Abwehrreaktion einläutet, sobald wir diese Stoffe auf die Haut auftragen und diese Stoffe in die Haut eindringen. Diese Abwehrreaktion ist erwünscht, weil der Körper so stark reagiert und so stark abstoßen will, dass er eine Entzündung hervorruft. Und Sie wissen alle, was bei einer Entzündung passiert. Die Haut schwillt an. Es entzündet sich, es wird dick. Und wenn unsere Haut dick wird, haben wir keine Falten mehr. Dann ist die Haut aufgepolstert. Jetzt müssen wir uns den Wahnsinn vorstellen, dass wir mit einer Augenantifalten-Creme, einer Antiage-Creme, einer Creme, die uns jünger machen soll, ständig Entzündungen in unserem Körper hervorrufen und dass unser Immunsystem ständig blockiert wird mit einer Antifalten-Creme. Und dann wundern wir uns, dass unser Organismus nicht in der Lage ist, sich gegen normale Erkältungsviren zur Wehr zu setzen. Das Immunsystem ist überhaupt nicht frei. (Ich hab da schon so oft drüber gesprochen und es regt mich immer noch auf. Ich kann das immer noch nicht ruhig erzählen.)

Liposome:

Liposome – ist auch ein Wort, was sie sicher schon häufig in der Werbung gehört haben. Liposome verhalten sich genauso wie Glyzerin, nur dass sie die hautglättende Wirkung für etwa 30 Minuten aufrechterhalten, bevor sie die Feuchtigkeit wieder entziehen und dass sie sich dann als Giftstoff im Bindegewebe ablagern.

Teershampoos:

Dann haben sie alle schon mal was von Teershampoos gehört im Bereich Antischuppenshampoos. Die Teershampoos, die heute noch auf dem Markt erlaubt sind, enthalten eine doppelt so hohe Benzol-Menge wie die mittlerweile verbotenen Holzschutzmittel aus den 70er Jahren. Vor allen Dingen die medizinischen Teershampoos aus der Apotheke. In der Friseurkosmetik wurden sie verboten. In der Apotheke sind sie immer noch erlaubt. Die Mineralölverbindungen, zu denen eben Silikon, Paraffin, und letztendlich auch das Teer gehören, können sich nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation im Körper anreichern und Leberschäden oder entzündliche Reaktionen an den Herzklappen verursachen.

Ich habe vorhin gesagt, es gibt z. Z. 6.000 Inhaltsstoffe in der Kosmetikindustrie, und ich hab ihnen jetzt ca. 13 Stoffe bzw. Stoffgruppen geboten. Und dann können sie sich vorstellen, was da noch unterwegs ist, was unseren Körper belastet, was unseren Organismus belastet, und was letztendlich die ganze Erde belastet, denn das ganze Zeug landet auch im Abwasser und muss irgendwo hin. Wenn wir uns über die Zusammenhänge im Klaren werden, dann stehen wir eigentlich bei der Betrachtung der Naturkosmetik an einer ähnlichen Stelle wie bei der Betrachtung der Nahrungsmittelindustrie. Und wenn Dr. Bruker immer sagte, lasst die Nahrung so natürlich wie möglich, dann kann ich nur sagen, lasst die Hautpflege so natürlich wie möglich. Dann haben sie eine Chance, mit einer halbwegs gesunden Haut ohne von der Industrie provozierten Falten oder Ekzemen oder Trockenheit alt zu werden. Zurück zu den Quellen bedeutet für mich an dieser Stelle, dass wir aufhören müssen mit diesem Hygienewahn, mit diesem Waschwahn, mit diesem von Außen aufgesetzten Beauty-Wahn. Wenn ich an die Zeit zurück denke, als eben samstags Haarwasch- und Badetag war, weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass zu der Zeit nicht ausschließlich schmuddelige und stinkende Menschen unterwegs waren. Ganz im Gegenteil, da die Haut noch intakt war und unsere Schutzbakterien das noch alles schaffen konnten, fing die Haut auch nicht an zu riechen. Und ich möchte sie alle bitten, wieder dosierter und vorsichtiger mit waschaktiven Substanzen umzugehen. Sie können jedes Shampoo mindestens um ein 5-faches mit Wasser verdünnen, mindestens, viele Shampoos, bes. die stark schäumenden, die gerade mit der Werbeaussage behaftet sind, sehr pflegend zu sein, können sie auf ein 10-faches strecken. Und sie haben immer noch genug Reinigungskraft, um selbst ein sehr stark verschmutztes Haar, ein sehr fettiges Haar sauber zu bekommen. Viel Schaum ist nicht gleich sauber. Viel Schaum ist gleich zerstörte Haut, bedeutet ein großes Austrocknen der Haut, bedeutet die Haut abhängig zu machen von irgendwelchen Folgeprodukten. Das Gleiche gilt sicher auch für unsere Körperreinigung, und wenn wir das Gefühl haben, wir müssen uns häufiger unter die Dusche stellen, können wir das ja ruhig tun, aber dann bitte machen wir es doch einfach mit klarem Wasser. Und machen wir es wie früher, als vor dem Waschbecken gestanden mit dem Waschlappen nur die notwendigen Stellen abgeseift und eingeschäumt wurden. Und wenn wir fettige Haare haben und die deshalb täglich waschen müssen, dann ist das so, weil wir sie täglich waschen. Keiner von uns kommt mit fettigen Haaren auf die Welt, fettige Haare werden immer gemacht. Und zwar müssen sie sich vorstellen, der Schutz der Haut besteht weitestgehend aus Talg. Talg gleich Fett, Schweiß, und dem natürlichen Bakterienmilieu. Wenn wir den jetzt abwaschen, dann geben die Nervensensoren schon an unseren Körper weiter, es ist kein Schutzfilm mehr vorhanden, lieber Körper bitte produziere neu. Und der Körper versucht verzweifelt, diesen ständig nicht vorhandenen Schutzfilm wieder aufzubauen und die Talgdrüsenproduktion wird immer weiter angeregt und immer weiter gesteigert. Je häufiger wir waschen, je stärker produzieren die Talgdrüsen, je fettiger werden unsere Haut und unsere Haare. Im ersten Moment. Wenn wir da raus wollen, wenn wir also einmal in diesem Mechanismus drin stecken, dann ist die schnellste Möglichkeit vielleicht nicht die akzeptabelste aber die schnellste Möglichkeit, exzessiv bis zur Schmerzgrenze unsere Haare nicht mehr zu waschen. Die Haut ist immer noch gesättigt, wir müssen immer noch nicht produzieren, und dann fängt sie so langsam an, sich zu beruhigen. Die zweite Möglichkeit, wenn wir das nicht schaffen, weil es uns optisch nicht möglich ist, weil es uns beruflich nicht möglich ist, dann müssen wir zumindest mit sehr stark verdünnten Shampoos arbeiten, mit hautverträglicheren waschaktiven Substanzen, wenn’s denn sein muss. Die akzeptabelste waschaktive Substanz, die z. Z. auf dem Markt ist, ist ein Zuckertensid – Glykosid heißt das. Das kann ein Laurylglykosid sein, dass kann ein Cocoglykosid sein, wenn sie das also auf der Shampooflasche stehen haben, ausschließlich, dann haben sie die im Moment akzeptabelste waschaktive Substanz, die auf dem Markt ist. Dann beruhigt sich die Talgdrüsenproduktion im Laufe der Zeit auch, es dauert halt. Und gehen sie einfach mal wieder dazu über, wie es früher auch gemacht wurde, und bürsten sie ihre Haut häufiger. Sowohl die Körperhaut – Trockenbürstungen – als auch die Kopfhaut. In beiden Bereichen geht es darum, die Haut frei zu machen, abgestorbene Hautschuppen abzutransportieren und die Haut zu durchbluten. Im Bereich der Körperhaut heißt das, bei einer sehr sehr trockenen Haut wird die Hautfunktion wieder angeregt und es hilft tatsächlich im Gegensatz zu den Cremes, die nämlich nur produktabhängig machen. Im Bereich der Kopfhaut bedeutet Kopfhautbürsten: bessere Kopfhautdurchbluten, eine stärkere Nahrungszufuhr für die Haare und die Haare werden halt auch kräftiger und dicker und vitaler und wieder gesünder. Ich kann sie nur motivieren, das mal auszuprobieren. Ich habe vorhin schon gesagt, die Friseure können nichts dafür, denn sie wissen es nicht besser, die Ausbildung findet über die Industrie statt.  Ich möchte ihnen da noch zwei kleine Geschichten erzählen. Die Berufsgenossenschaft, die für meine Berufssparte zuständig ist, wollte, dass ein bestimmter Zusatz in Dauerwellflüssigkeiten verboten wird. Zum einen, weil es sich auch um eine krebserregende Verbindung handelt, zum zweiten, weil es eine sehr stark allergisierende, eine sehr stark ekzemauslösende Verbindung ist. Ergebnis: Die Hersteller dürfen diese Dauerwellflüssigkeiten nach wie vor produzieren. Bei einer Prüfung der Berufsgenossenschaft in dem Salon eines Freundes wurde diese Dauerwellflüssigkeit entdeckt, dieser Freund hatte keine Ahnung, dass diese Substanz verboten ist, und er wurde eben darauf hingewiesen, dass er eine verbotene Substanz in seinem Geschäft hat, eben in der Dauerwellflüssigkeit und dass er die nicht anwenden darf – mit einer Geldbuße verbunden. Daraufhin hat er sich an die Industrie gewandt und hat gesagt, hört mal, wie könnt ihr mir hier irgendwas verkaufen, was ich gar nicht mehr benutzen darf. Und die Industrie hat gesagt: „Moment, wir dürfen noch herstellen, wir dürfen auch verkaufen, du darfst auch verkaufen. Du darfst die Dauerwelle als Heimdauerwelle deinen Kundinnen verkaufen. Nur anwenden im Salon darfst du sie nicht mehr.“ Wenn wir dann noch mal ganz kurz zurück zu den Haarfärbeprodukten kommen und die im Tierversuch alle krebserregend waren, erbgutverändernd und fruchtschädigend, und auch die nach wie vor erlaubt sind, ganz im Gegenteil, es hat da Rückschritte gegeben, eine der giftigsten Farbpigmente ist 1906 verboten worden und ist 1986 wieder zugelassen worden. Auf Druck der Industrie, weil es der eben immer noch nicht gelungen ist, eine Alternative zu finden, die unsere weißen Haare wieder schwarz färbt. Das einzige, was jetzt passieren muss, ist, das Produkt muss den Zusatz haben – Vorsicht, das Produkt kann allergische Hautreaktionen auslösen. Auf allen Gebrauchsanweisungen für Dauerwellflüssigkeiten, für Haartönungen, für Haarfärbeprodukte steht übrigens drauf, dass die Produkte möglichst nicht mit der Haut in Kontakt kommen sollen. Jetzt frag ich sie ernsthaft, wie soll ich ein graues Haar wegfärben, ohne dass dieser Farbbrei mit der Haut in Kontakt kommt. Dauerwellflüssigkeit ist dünn wie Wasser. Und ich soll sie auf diese aufgewickelten Haare aufbringen, ohne dass es auf die Haut läuft. Und es gab tatsächlich Weiterbildungsseminare von der Industrie, in denen uns Friseuren beigebracht wurde, dass, wenn wir die Flasche in einem gewissen Winkel halten, immer nur kleine Tröpfchen da raus kommen, und wenn ich das dann ganz oft und ganz gründlich mache, immer wieder über jeden Wickler drüber gehe, dass ich alle Haare benetzen  kann, die das aufsaugen, ohne dass was auf die Kopfhaut läuft. Da würde das Auftragen 10 Minuten dauern, viele Dauerwellflüssigkeiten haben nur eine Einwirkzeit von 8 Minuten. Danach machen sie die Haare kaputt. Selbstverständlich sichert sich die Industrie über solche Gebrauchsanweisungen ab. Wenn dann irgendwas passiert, dann hab ich das falsch aufgetragen, es steht ja drauf, es soll möglichst nicht auf die Haut kommen. Die Berufsgenossenschaft hat verbindliche Haar- und Hautpflegeregeln rausgebracht, an die wir uns halten müssen, die mit hohen finanziellen Beträgen geahndet werden, wenn wir uns nicht dran halten. Wir müssen einmal im Jahr unsere Mitarbeiter in den Salons (nach-)unterweisen, mit diesen Hautpflegeregeln und -plänen umzugehen. Die Hautpflegeregeln sind gemacht worden vom Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e. V., vom Industrieverband Friseurbedarf e. V. und vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerkes e. V. Das erinnert mich so verdammt alles an die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). So – Stoff hab ich eigentlich noch für 3 Stunden für sie, aber ich komm jetzt zum Ende, und ich hoffe wirklich, dass ich ein bisschen was bewegen konnte. Ich hatte in dieser Stunde wirklich nur die Zeit, ihnen einen kleinen Einblick zu geben. Ich wünsche mir, dass sie Haut- und Haarpflegeprodukte ab heute so betrachten wie Nahrungsmittel, nicht wie Lebensmittel. Ich möchte sie nochmals auffordern, die Haar- und Hautpflege so natürlich wie möglich zu lassen, die waschaktiven Substanzen drastisch zu reduzieren, zurück zu den Quellen zu finden. Natürlich ist es ein uraltes Grundbedürfnis von uns Menschen, dass wir uns schmücken und verschönern wollen, aber bitte nicht, ohne die Mittel und die Menge kritisch zu überprüfen und in Frage zu stellen. Außerdem kann kein Kosmetikum, keine Haarfarbe wettmachen, was dem Menschen von innen fehlt. Kein Abdeckstift kann schlechte Lebensgewohnheiten korrigieren. Auch die Haut zahlt den Preis für eine ungesunde Lebensführung. Gute Gesundheit, gute Lebensführung heißt schöne Haare und schöne Haut. Jürgen Birmanns sprach gestern über Mut. Haben sie den Mut, sie selbst zu sein. Pflegen sie sich, aber vergiften sie sich nicht und die Umwelt. Ich wünsche mir zumindest von den Gesundheitsberatern und von den Gesundheitsberaterinnen chemiefreie Köpfe bei der nächsten Tagung. Gestatten sie mir noch zwei Sätze. Dr. Bruker hat gesagt, Wissen heißt Verantwortung, bitte übernehmen sie Verantwortung. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit und Dr. Bruker und dem GGB-Team, ohne die meine eigene Weiterentwicklung zu einem aktiven Kritiker der Kosmetikindustrie nie möglich gewesen wäre. Vielen Dank.