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Der Hämatokrit (Abkürzung: Hk) bezeichnet den Anteil der Blutkörperchen (Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten) am Volumen des Blutes. Da die Erythrozyten physiologisch 99% des Gesamtvolumens der Blutzellen darstellen, entspricht der Hämatokrit-Wert ungefähr dem Anteil des Zellvolumens der Erythrozyten am Blutvolumen. Darüber hinaus kann der Hämatokrit-Wert Aufschluss über den Wasserhaushalt des Patienten geben.

Was mich zu Beginn meiner Tätigkeit als Heilpraktiker irritierte war die Tatsache, dass in den Blutbildern, die die Patienten mir mitbrachten, für einige Blutwerte unterschiedliche Referenz-Werte standen. Das gilt auch für den Hämatokrit. Mal stand dort von 39 bis 48, mal von 42 bis 54. Ich fragte dazu ein Labor und bekam als Antwort: Das liegt daran, dass die Labors ihren eigenen Referenz-Wert ermitteln, indem sie aus den letzten z. B. 10.000 Messungen einen Durchschnitts-Wert ermitteln und den als Referenz-Wert nehmen. Heißt das, da ja die meisten Blutbilder von Kranken gemacht werden, dass die Krankheit zur Norm gemacht wird?

Nach Prof. Dr. Lothar Wendt liegt der optimale Hämatokrit-Wert zw. 36 und 40 %.

Steigt der Hämatokrit über 40 %, so können Krankheiten entstehen, die er als Eiweißspeicherkrankheiten bezeichnet. Das können Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris, Arteriosklerose, Bluthochdruck, (Weichteil-)Rheuma, Arthrose, Arthritis, arterielle Durchblutungsstörungen, Zuckerkrankheit, Gicht, Hypercholesterinämie, Fettstoffwechselkrankheit, Glaukom, Retinitis, Nephritis oder Autoimmunkrankheiten sein.

Diese Erkrankungen entstehen durch Eiweißüberernährung mit tierischem Eiweiß und daraus folgender  Eiweißspeicherung und können durch Eiweißfasten und/oder Aderlässe geheilt werden.

Krankhafte Eiweißspeicherung kann Arterien, Kapillaren und Bindegewebe befallen und somit jeden Ort unseres Körpers treffen.

Nach Modellberechnungen aus strömungsphysikalischer Sicht liegt der optimale Hämatokrit-Wert (die Viskosität (Zähflüssigkeit) einer Flüssigkeit hängt von der Viskosität des Lösungsmittels und dem Volumenanteil ihrer festen Bestandteile ab) bei etwa 40 %.

Maximalwerte können durch lange Aufenthalte in großen Höhen (z. B. beim Höhenbergsteigen) auftreten und reichen bis über 70 % Hämatokrit. Die Viskosität des Blutes wird hier auf natürlichem Wege durch eine entsprechende Zunahme von gerinnungshemmenden Enzymen auf erträglichem Niveau gehalten.

Bei EPO– und Blutdoping bringt jedoch die zunehmende Dickflüssigkeit des Blutes erhebliche gesundheitliche Gefahren mit sich. Daher wurden die Hämatokrit-Grenzwerte bei manchen Sportverbänden (UCI und IAAF) auf 50 % für Männer und 47 % bei Frauen festgelegt, während im Nordischen Skisport durch die FIS etwa 51,5 % für Männer und 47 % für Frauen erlaubt sind, was auf den eigentlich verwendeten Hämoglobin-Grenzwerten von 17,0 bzw. 16,0 g/dl beruht. Die Gedanken dahinter sind: EPO-Doping kann nicht direkt nachgewiesen werden. EPO-Doping lässt den Hämatokrit steigen, was bei Radrennfahrern, die z. B. den Cole de Tourmalet möglichst schnell hochfahren wollen, gewünscht ist, weil so mehr Sauerstoff transportiert werden kann. Ein erhöhter Hämatokrit steigert aber die Gefahr von Gefäßverschlüssen, und das besonders, wenn bei starker körperlicher Anstrengung viel geschwitzt wird. Die Verantwortlichen der Tour de France gehen dabei davon aus, dass ein Hämatokrit von 50 % auf natürlichem Wege nicht zu erreichen ist und nehmen daher Fahrer, die einen höheren Hämatokrit haben, aus dem Rennen, weil sie sie für gedopt halten. Und da soll für normale Menschen ein Hämatokrit bis zu 54 % gesund sein?

Es kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Wenn wir zu viele tierische Eiweiße essen und der Hämatokrit ansteigt, speichert der Körper also die überschüssigen Eiweiße als Erythrozyten im Blut. Das können wir einfach messen. Er speichert es aber auch noch in den Kapillar-Wänden und im Bindegewebe, was nur sehr aufwendig zu messen ist. Es ist aber nichtsdestotrotz eine Störung des Stoffwechsels an drei Stellen im Körper. Bei den Sportlern durch EPO aber nur an einer Stelle, nämlich im Blut. Das heißt, der durch Ernährung angestiegene Hämatokrit zeugt von einer 3-fach erhöhten Gefahr. Trotzdem ist bei Normalbürgern ein Hämatokrit von 54 % ungefährlich, Spitzensportler werden aber schon bei einem Wert von 50 % aus dem Rennen genommen, weil man sie für gedopt hält und sich um ihre Gesundheit sorgt. Schließlich sind schon einige Radsportler mit Herzinfarkt/Schlaganfall vom Fahrrad gefallen.

Warum dann bei einigen Labors ein Hämatokrit-Wert bis z. B. 54 % als normal gilt, ist mir unverständlich.

Der übermäßige Verzehr von tierischem Eiweiß lässt den Hämatokrit ansteigen. In meiner Kindheit gab es den Sonntags-Braten und am Freitag Fisch. Davon steigt der Hämatokrit-Wert nicht an und wird niemand krank. Der heutige unkontrolliert hohe Verzehr tierischer Eiweiße lässt den Hämatokrit-Wert in gefährliche Höhen ansteigen. Nach dem zweiten Weltkrieg aßen die Menschen ca. 10 kg Fleisch, heute sind es bis zu 120 kg jährlich.

Durch Ausdauertraining wird der Hämatokrit gesenkt, weil das Blutvolumen stärker ansteigt als die Zahl der roten Blutzellen. Das führt zu einer verringerten Viskosität (Zähflüssigkeit) des Blutes. Das Blut reibt weniger stark an den Wänden der Blutgefäße, sodass das Herz eine geringere Arbeit leisten muss. Durch den größeren Anteil an Blutplasma ist die Flüssigkeitsreserve, die dem Körper zur Kühlung zur Verfügung steht, erhöht.

Der Aderlass ist ein uraltes Ausleitungsverfahren, mit dessen Hilfe sich der Hämatokrit zügig senken lässt.

Der therapeutische Aderlass ist angezeigt bei Patienten mit erhöhtem Hämatokrit-Wert, wenn er auch noch über Kopfweh, Schwindel, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüchen, Tinnitus, Atemnot oder Zeichen einer Herzinsuffizienz klagt. Er wirkt entstauend und verbessert die Blutrheologie (Fließeigenschaft des Blutes). Die Mikrozirkulation wird verbessert, die Viskosität des Blutes nimmt ab und die Sauerstofftransportrate wird günstig beeinflusst.

Kontraindikationen für einen Aderlass wären schwere Herzinsuffizienz, Kachexie, ausgeprägte Anämie, Hypotonie, koronare Herzkrankheiten, allgemeine Erschöpfung, Exsikkose, Dehydration, Herzrhythmusstörungen, akute Diarrhoe, akute Infektionskrankheiten.